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Bauen+Wohnen

 

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Preiswert Bauen

 

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Die nachfolgenden Erläuterungen ersetzen keine detaillierte Beratung, sondern können diese nur vorbereiten.

                                                                                                                                                                      Campus&Ratgeber für angehende Bauherren

Erfahrungen im Ausland

Mit der Eigenheimförderung (Antragberechtigte bis 12/2005) werden Haushalte mit mittlerem und unterem Einkommen, die so genannten Schwellenhaushalte, deutlich stärker gefördert. Für diese Familien kommt es darauf an, preiswerte Angebote unter Beibehaltung einer guten Wohnqualität zu finden. Dass dies möglich ist, zeigen Erfahrungen im Ausland.

Der Bau- und Wohnstandard in den alten Bundesländern zählt zum höchsten der Welt. Das wirkt sich auf die Baukosten aus. Ein Vergleich mit dem Ausland zeigt, wie sich dies finanziell auswirkt. Wer ein Eigenheim bauen will, muss im Durchschnitt aufbringen:in der Bundesrepublik 9 Jahreseinkommen
in Großbritannien 5 Jahreseinkommen
in Belgien 5 Jahreseinkommen
in Frankreich 4 Jahreseinkommen.



Bei uns könnten die Baukosten um bis zu 40% gesenkt werden. Einfache Ausstattungs- und Ausführungsstandards führen nicht zur Beeinträchtigung der Wohnqualität. In einer vergleichenden Analyse mit der Baukostensitutation in den Niederlanden ergaben sich folgende Kostenmindernde Faktoren:
Die durchschnittliche Wohnungsgröße ist um etwa 20 % geringer;
einfachere Ausstattung für Küche und Bad;
größerer Anteil vorgefertigter Bauteile (Bundesrepublik 30 bis 40 %; Niederlande 70 bis 80 %);
einfachere Wand- und Bodenbekleidung;
Verzicht auf Vollkeller, statt dessen Bau eines ebenerdigen Ersatzbaus.



In den Niederlanden erwerben Bauwillige im Durchschnitt mit 26 Jahren ein Eigenheim, in der Bundesrepublik mit 38 Jahren.

                                                                                                                                                                     Campus&Ratgeber für angehende Bauherren

 

Architektenhonorar

Mangelndem Interesse des Architekten an einer Kosten sparenden Bauausführung kann man vorbeugen. Das Architektenhonorar wird an sich gemäß der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) nach den tatsächlichen Herstellungskosten bemessen. Nach der zum 01.01.1996 in Kraft getretenen Änderung der HOAI kann bei Auftragserteilung schriftlich vereinbart werden, dass das Honorar auf der Grundlage einer nachprüfbaren Ermittlung der voraussichtlichen Herstellungskosten nach Kostenberechnungen oder Kostenvoranschlag ermittelt wird (§ 4a HOAI). Soweit Mehrleistungen erforderlich werden, sind diese Mehrleistungen zu honorieren.



Genauer Kostenplan

Die Gesamtkosten des Hauses sollten in möglichst viele Einzelpositionen aufgeteilt werden. Jede Position wird als selbständige Kostenstelle geführt. Zu kontrollieren ist dann, ob die Ausgaben noch mit den Vorgaben übereinstimmen. Die Gliederung und Benennung aller Baukosten ist in DIN 276 "Kosten im Hochbau" geregelt. So können die anteiligen Kosten des Eigenheimes aussehen.

Grundstück

25 %

Baugrube

3 %

Erschließung

6 %

Außenanlagen

6 %

Keller

 7 %

Baunebenkosten

13 %

Rohbau

20 %

Innenausbau

20 %

Je nach Standort können diese Prozentangaben aber deutlich variieren.

Finanzierung
Die beiden wichtigsten Gebote für die/den Eigenheim/er

  • soviel Eigenkapital wie möglich mobilisieren

  • so schnell wie möglich das Darlehen tilgen.

Eine Zinssenkung um 1% verringert die monatliche Belastung um 10% bis 15%

Bauzeiten-Plan
Im vom Architekten festgelegten Bauzeitenplan werden die Termine für den Beginn und Ende sämtlicher Baugewerke auf die jeweilige Kalenderwoche erfasst. Durch häufige Besuche auf der Baustelle kann geprüft werden, ob der Bauzeiten-Plan eingehalten wird.

Gebäudeformen
Ein einfacher Baukörper hat möglichst große zusammenhängende "nicht unterbrochene" Wandflächen, möglichst wenige Mauerecken, Wandvorsprünge, Nischen und Geschossrücksprünge. Ein einfacher Baukörper kann die Kosten um 10 bis 20% beeinflussen.

Balkone und Loggien
Auf ausragende Balkone sollte verzichtet werden. Leichte Anbauten vor der Fassade sind kostengünstiger. Durch französische Fenster - sie reichen bis zum Boden - kann den gleichen Effekt wie bei Balkonen oder Loggien erzielt werden.

Grundriss
Ein einfacher Grundriss

  • erfordert weniger Innenwände;

  • ermöglicht einfache Konstruktionen und

  • braucht weniger Anschlüsse

Er lässt ein klares System tragender Bauteile erkennen, zeigt gerade, nicht verwinkelte Flure und Trennwände.

Dachformen
Zu den einfachen und kostengünstigen Dachformen gehören:

Sattel-, Pult- und Mansarddächer. Durch Ausbauten, wie z.B. Gauben, können sich die Kosten des Daches um fast 50% erhöhen.

Unterkellerung
Der Verzicht auf eine Unterkellerung spart etwa 50% der Kellerkosten ein "die restlichen 50% werden für Fundament und Bodenplatte benötigt. Ansonsten ergeben sich Einsparmöglichkeiten durch Verzicht auf eine außenliegende Kellertreppe, durch Einbau von Kellerfenstern und Lichtschächten aus Fertigbauteilen sowie durch Verzicht auf eine Oberflächenbehandlung (Keller Innenverputz) von Kellerdecke und Wände. Steht der Verzicht diese Leistungen nicht im Vordergrund, können diese durchaus in Eigenleistungen in Betracht gezogen werden.

Elektroinstallation
Sie wird kostengünstiger, wenn die Anzahl der separaten Stromkreise verringert wird, Doppel- oder Dreifachstecker verwendet werden (sie kosten kaum mehr als Einfachsteckdosen) sowie die erheblichen Preisunterschiede bei Schaltern beachtet werden.

Nassräume
Die Sanitärräume sind die teuersten Räume eines Hauses und kosten drei- bis fünfmal so viel wie normale Wohnflächen. Bei der Auswahl und Gestaltung der Sanitärräume besteht ein großer Handlungsspielraum. Zu empfehlen ist die Verwendung preiswerter Sanitärobjekte in weißer Farbe. Einfache Ausführungen sind billig und technisch unkompliziert. Aber auch bei einer preiswerten Ausstattung sollten Vorkehrungen für eine spätere Nachrüstung geschaffen werden. Leistungs- und Montagekosten sind zu sparen, wenn nur eine Installationswand zwischen Küche und Bad vorgesehen wird.

Verkehrsflächen
Zu den Verkehrsflächen gehören Dielen, Flure und Vorplätze. Die Baukosten für Verkehrsflächen sind genau so hoch wie die Kosten für Wohnräume. Verkehrsflächen lassen sich einsparen durch Nutzung als Wohnraum, z.B. die Essdiele wird zur Wohndiele erweitert oder die Fläche vor dem Kinderzimmer wir zur Spieldiele.

Fenster
Zweischeiben-Isolierverglasungen sind in der Regel Wärmetechnisch ausreichend. Industriell gefertigte Fenster werden in gängigen Größen verkauft. Fensterverglasungen sind bedeutend billiger als bewegliche Fensterflügel. Fensterflügel mit Dreh- und/oder Kippbeschlag sollten nur dort verwendet werden, wo sie tatsächlich benötigt werden.

Außenanlagen
Vor dem Einzug wird ein befestigter Weg zur Haustür, eine Terrasse und evtl. ein Autoabstellplatz benötigt. Das Herrichten der übrigen Außenanlagen erfolgt in Selbsthilfe.

Hierbei können Eigenleistungen bis zu 6% angesetzt werden.

Erdaushub
Geschicktes Lager des Aushubs sorgt dafür, dass wenig Erde bewegt werden muss. Grabarbeiten für Leitungen und Fundamente sollten vor Beginn der gärtnerischen Arbeiten abgeschlossen sein

Garage
Im Bereich der Außenanlagen bietet ein unüberdachter oder überdachter Stellplatz (Carport) das größte Einsparpotential

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